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Geschäftsbericht 2018

Universitäts-Kinderspital beider Basel

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Editorial

Verwaltungsratspräsident
Manfred Manser

Finanzierungs­lücken in der Kinder- und Jugend­medizin

In den letzten Jahren haben wir immer wieder über die finanzielle Unter­deckung in der Kinder- und Jugend­medizin be­richtet. Was letztes Jahr noch als Damokles­schwert über dem UKBB hing – der bundes­rätliche Eingriff in die ambulante Tarif­struktur – ist nun im Jahr 2018 Realität geworden.

Trotz aller Be­mühungen kann mit dem aktuellen Tarif im ambulanten Be­reich keine Kosten­deckung erzielt werden.

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Vorsitzender der Geschäftsleitung und CEO
Lic. iur. Marco Fischer

Effizienz­steigerung allein genügt nicht

Bereits 2017 wurde damit be­gonnen, Mass­nahmen zur Stei­gerung der Effizienz und zur Ver­minderung der Kosten ein­zu­leiten. Diese Mass­nahmen zeig­ten ihre volle Wirkung im Ge­schäfts­jahr 2018.

Zusammen mit der besseren Belegung im sta­ti­o­nären Bereich und der er­neuten Steigerung der Fall­zahlen im ambulanten Bereich konnte der Ein­nahmen­ausfall im Tarmed kompensiert und ein aus­ge­glichenes Betriebs­ergebnis er­reicht werden.

Lang­fristig wird es jedoch nicht möglich sein, immer mehr Patienten mit immer weniger finanziellen und personellen Ressourcen in anhaltend hoher Qualität zu behandeln.

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Ärztlicher Direktor und Chefarzt Pädiatrie
Prof. Dr. med. Urs Frey

Netzwerk für Patienten mit seltenen Krank­heiten

Seltene Krankheiten sind selten, so sagt es der Name bereits. Doch es gibt rund 8‘000 seltene Krank­heiten. In der Schweiz sind ungefähr eine halbe Million Menschen davon be­troffen. So selten sind seltene Krank­heiten also gar nicht.

Drei Viertel dieser Krank­heiten werden im Kindes­alter in den Kinder­spitälern diagnostiziert und behandelt.

Um den Patienten mit einer seltenen Krank­heit und ihren An­gehörigen leichteren Zu­gang zu den richtigen Ärzten und Therapeuten zu verschaffen, haben sich fünf Spitäler der Nord­west- und Zentral­schweiz zu­sammen­geschlossen.

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Highlights aus 2018

Kindergerechte Radiologie dank neuem CT-Gerät

Das hoch­moderne CT-Gerät «SOMATOM go.Top», welches das UKBB im Juli 2018 welt­weit als erstes Kinder­spital in Betrieb genommen hat, bringt für die kleinen Patienten im UKBB viele Vorteile mit sich.

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Das Botnar Research Center for Child Health in Basel

Mit der Un­ter­stüt­zung der Fondation Bot­nar haben die Uni­ver­sität Ba­sel und die ETH Zü­rich ein neues For­schungs­zen­trum für Kinder­medizin ins Le­ben ge­rufen. Das UKBB war stark in der Planung involviert.

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Kinder wählen ihre Lieblings­menüs spontan

Das Uni­versitäts­spital Ba­sel stel­lte die Küchen­orga­ni­sa­tion um und pro­du­ziert seit­her als ers­tes Spi­tal in der Schweiz die Pa­tien­ten­ver­pfle­gung im so­genan­nten Micro­Past-Ver­fahren – auch für das UKBB.

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Das UKBB lässt Patienten­familien nicht allein

Seit 2011 exis­tiert im UKBB ein Care Team, des­sen Dienste zu­nehmend ge­fragt sind. Es be­gleitet Pa­ti­enten­familien und An­gehörige in kri­tischen Situ­ationen und ent­lastet gleich­zeitig das me­di­zi­nische Be­handlungs­team.

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Statistik & Finanzen

Im herunter­ladbaren Statistik­bericht sind alle wichtigen Zahlen des UKBB, der Finanz­bericht gibt Aus­kunft über den Jahres­ab­schluss.

UKBB Film

Finanzierungs­lücken in der Kinder- und Jugend­medizin Manfred Manser, Verwaltungsratspräsident UKBB

In den letzten Jahren haben wir immer wieder über die finanzielle Unterdeckung in der Kinder- und Jugend­medizin berichtet. Was letztes Jahr noch als Damokles­schwert über dem UKBB hing – der bundes­rätliche Eingriff in die ambulante Tarif­struktur – ist nun im Jahr 2018 Realität geworden.

Die Minder­einahmen aufgrund des bundes­rätlichen Eingriffs sind substantiell: Die Kostendeckung für ambulante Behandlungen sinkt auf unter 70 Prozent. Trotz aller Bemühungen kann mit dem aktuellen Tarif im ambulanten Bereich keine Kosten­deckung erzielt werden.

Um die Unter­deckung teilweise abzufedern, erhöhen die Träger­kantone Basel-Landschaft und Basel-Stadt ihre Beiträge an die ungedeckten Kosten im ambulanten Bereich für die Jahre 2019 bis 2021. Damit wird rund die Hälfte der un­gedeckten Kosten im ambulanten Bereich aus­geglichen.

Das UKBB muss die restlichen ungedeckten Kosten durch Ein­sparungen beim Aufwand und durch Steigerung der Effizienz kompensieren. Hierfür hat das UKBB bereits in den letzten Jahren er­hebliche Anstrengungen unternommen, weitere Mass­nahmen werden nun folgen.

Das UKBB fordert weiter­hin kosten­deckende Tarife für die Kinder- und Jugend­medizin. Es darf nicht sein, dass schweizweit die ambulante Behandlung von Kindern und Jugendlichen in den spezialisierten Kinder­spitälern nicht kosten­deckend erbracht werden kann. Kinder­medizin ist ambulante Medizin. Mehr als 90 Prozent der Behandlungen im UKBB finden ambulant statt. Dies unter anderem deshalb, weil es – im Gegensatz zur Erwachsenen­medizin – kaum spezialisierte medizinische Praxen für Kinder und Jugendliche gibt.

Die spezialisierte und hoch­komplexe ambulante Versorgung von Kindern und Jugendlichen findet fast aus­schliesslich in den Kinder­spitälern statt (mehr dazu im Editorial von Prof. Urs Frey). Diese hoch­spezialisierte, äusserst effiziente Art der Versorgung ist in unserem Tarif­system ungenügend ab­gebildet.

Das UKBB setzt sich zusammen mit seinen Partnern (unter anderem Allianz Kinder­spitäler der Schweiz AllKidS, Nationale Koordination Seltene Krankheiten kosek) mit Nach­druck für die sach­gerechte Vergütung der Leistungen der Kinder- und Jugend­medizin in den Kinder­spitälern ein. Eine rasch wirksame Sofort­massnahme wäre, den Gültig­keits­bereich des oben beschriebenen bundes­rätlichen Tarif­eingriffes auf erwachsene Patienten zu beschränken.

Mittelfristig muss die Kindermedizin aber in den Tarif­systemen sach­gerecht ab­gebildet werden. Wir hoffen, dass sich die Politik nun dieser Problematik un­verzüglich annimmt. Die ent­sprechenden Vorstösse liegen auf Bundes­ebene vor.

Effizienz­steigerung allein genügt nicht Lic. iur. Marco Fischer, Vorsitzender der Geschäftsleitung und CEO

Im Jahr 2017 musste das UKBB einen grossen Verlust verbuchen. Das war namentlich auf den Einbruch an Fall­zahlen im stationären Bereich zurück­zuführen. Das Jahr 2018 startete dann, wie das vergangene Jahr aufgehört hatte: Die Monate Januar und Februar waren von einer tiefen Belegung der Stationen geprägt.

Im März zog die Belegung deutlich an und blieb bis Ende des Jahres auf sehr hohem Niveau. Per Ende Jahr war die stationäre Aus­lastung dann sogar höher als im Jahr 2016.

Der bundes­rätliche Eingriff in den ambulanten Tarif (Tarmed) wurde im Budget 2018 mit einer Ertrags­einbusse von CHF -4.3 Millionen be­rück­sichtigt. Vor diesem Hintergrund hat die Geschäfts­leitung bereits im Jahr 2017 be­gonnen, Mass­nahmen zur Steigerung der Effizienz und zur Ver­minderung der Kosten ein­zuleiten.

Diese Mass­nahmen zeigen ihre volle Wirkung im Geschäfts­jahr 2018. Zusammen mit der besseren Belegung im stationären Bereich und der er­neuten Steigerung der Fall­zahlen im ambulanten Bereich konnte der tatsächlich ein­getretene Einnahmen­ausfall im Tarmed kompensiert und ein aus­geglichenes Betriebs­ergebnis erreicht werden. Dabei hat das UKBB besonders darauf geachtet, dass trotz Spar­massnahmen keine Qualitäts­verluste bei der Ver­sorgung der Patientinnen und Patienten ein­treten. Dies ist gelungen: Die Umfrage­werte zeigen eine Zufriedenheit der Eltern auf Rekord­niveau.

Das UKBB ist stolz darauf, dass der Spagat zwischen Effizienz­steigerung und wahr­genommener Qualität offen­bar gelungen ist. Andere qualitative Ver­besserungen, zum Bei­spiel bei der Sterilgut­versorgung oder der Hygiene, spielten sich eher un­auffällig im Hinter­grund ab, waren aber dennoch wichtig für die Nach­haltig­keit einer hoch­stehenden medizinischen Ver­sorgung.

Langfristig wird es nicht möglich sein, immer mehr Patienten mit immer weniger finanziellen und personellen Ressourcen in an­haltend hoher Qualität zu be­handeln. Das UKBB ist sehr dankbar für die politische Unter­stützung der Kinder­medizin, die es auf kantonaler und nationaler Ebene erfahren durfte und die es auch in Zukunft benötigen wird.

Einen besonderen Dank richtet die Geschäfts­leitung jedoch an alle Mit­arbeiterinnen und Mit­arbeiter für ihr anhaltend hohes Engagement für die Kinder und Jugendlichen – auch und gerade wenn im Hin­blick auf die Tarife noch vieles ungelöst ist.

Netzwerk für Patienten mit seltenen Krank­heiten Prof. Dr. med. Urs Frey, Ärztlicher Direktor und Chefarzt Pädiatrie

Seltene Krankheiten sind selten, so sagt es der Name bereits. Von einer seltenen Krankheit spricht man, wenn weniger als 5 von 10‘000 Ein­wohnern davon betroffen sind. Doch es gibt rund 8‘000 seltene Krankheiten.

In der Schweiz sind ungefähr eine halbe Million Menschen davon betroffen, das sind etwa 5 Prozent der Be­völkerung. So selten sind seltene Krank­heiten also gar nicht. Drei Viertel dieser Krank­heiten werden im Kindes­alter in den Kinder­spitälern diagnostiziert und behandelt.

Um den Patienten mit einer seltenen Krankheit und ihren Angehörigen leichteren Zugang zu den richtigen Ärzten und Therapeuten zu ver­schaffen, haben sich fünf Spitäler der Nordwest- und Zentral­schweiz zusammen­geschlossen: Im Mai 2018 wurde unter der Leitung des UKBB und des Universitäts­spitals Basel (USB) das Netzwerk Rare Diseases Nordwest und Zentral­schweiz gegründet.

Teil des Netzwerks sind das Kantons­spital Baselland, das Kantons­spital Aarau, das Luzerner Kantons­spital, das USB und das UKBB. Die Spitäler schaffen damit eine Anlauf­stelle für Patienten, An­gehörige und be­treuende Ärzte. Durch die Vernetzung vieler Spezialisten kann auf kurzem Weg die richtige Anlauf­stelle für den Patienten gefunden werden.

Patienten mit seltenen Krank­heiten bilden im UKBB eine grosse Patienten­gruppe. Jede dritte Konsultation betrifft ein Kind mit einer ausser­gewöhnlichen, seltenen Krankheit. Das ist viel, doch die einzelne Krankheit bleibt selten. So beschränkt sich das Know-how auf wenige Spezialisten. Diese müssen deshalb gut vernetzt sein, um dem Patienten die optimale Be­treuung zu ermöglichen.

Patienten mit einer seltenen Krankheit durchlaufen oft einen langen Weg, bis die Diagnose feststeht. Für das Kind und die Angehörigen ist das eine belastende Zeit. Für das Spital bedeutet es die Bindung vieler Ressourcen, die Ko­ordination vieler Spezialisten, die sich um dieses Kind kümmern und sich auf detektivische Art und Weise der Diagnose nähern.

Nebst Labor und Genetik spielt hier immer mehr die Digitalität eine wichtige Rolle. Dem physischen Netzwerk der Spitäler stehen virtuelle Informations­netzwerke gegenüber. Dort werden die neusten Erkenntnisse der Wissenschaft gebündelt und bereit­gestellt.

Eine gute Recherche braucht Fachwissen und Zeit; Zeit, die heute nur noch begrenzt zur Verfügung steht. Ein Netzwerk wie das Netzwerk Rare Diseases Nordwest und Zentral­schweiz leistet auch hier wertvolle Arbeit (www.netzwerkrarediseases.ch).

Kindergerechte Radio­logie dank neuem CT-Gerät Dr. med. Friederike Prüfer, Leitende Ärztin Radiologie

Bild­gebende Unter­suchungen sind bei der Ab­klärung der meisten Er­krankungen heut­zutage von zentraler Be­deutung.

Durch speziell geschultes Personal und ent­sprechende technische Aus­rüstung kann die pädiatrische Radio­logie im UKBB ein äusserst breites Patienten­spektrum vom Früh­geborenen mit 500 Gramm Körper­gewicht bis zum über­gewichtigen Jugendlichen mit über 100 Kilo unter­suchen.

Die Unter­suchungen müssen dabei Kindern verschiedenen Alters mit spezifischen Krank­heits- und Verletzungs­mustern angepasst werden. Insbesondere auch die Ab­klärung von seltenen Krank­heiten stellt das UKBB vor besondere Heraus­forderungen.

Das kindliche Gewebe weist eine deutlich höhere Strahlen­empfindlich­keit auf

Das kindliche Gewebe weist aufgrund eines aktiveren Stoff­wechsels und der Ver­teilung des blut­bildenden Knochen­marks, der kleineren Körper­masse sowie der höheren Lebens­erwartung eine erheblich höhere Strahlen­empfindlichkeit auf.

Der Strahlen­schutz ist somit bei der pädiatrischen Radio­logie von sehr grosser Bedeutung, und eine kinder­gerechte radiologische Versorgung hat für das UKBB deshalb eine hohe Priorität.

Gerade bei der Anwendung von Verfahren mit ionisierender Strahlung – konventionelles Röntgen, Durch­leuchtungen und Computer­tomographie (CT) – ist es besonders wichtig, die Strahlen­dosis so gering wie möglich zu halten. Es gilt, eine optimale Balance zu finden zwischen Dosis und Bild­qualität.

Mit dem neuen, hoch­modernen 64 Zeiler Computer­tomographen SOMATOM go.Top, welchen das UKBB im Juli 2018 weltweit als erstes Kinder­spital in Betrieb genommen hat, kann das Spital dieses Ziel nun noch besser erreichen.

Mit dem neuen CT-Gerät ist es möglich, dank modernster Technologie und kinder­spezifischen Protokollen, Scans mit einer relevant kleineren Strahlen­belastung anzubieten. Das bedeutet konkret: individuelle Dosis­anpassung bei erhaltener hoher Kontrast­auflösung.

Unter­suchungen können mit dem neuen CT-Gerät in einer kürzeren Zeit­dauer durch­ge­führt werden

Aufgrund der schnellen Rotations­zeit wird die Unter­suchung in einer kürzeren Zeit­dauer durch­geführt. Dies hat insbesondere den Vorteil, dass Sedationen für kleine Patienten oder für sehr schwer kranke Patienten nicht unbedingt nötig sind.

Mit einer mobilen Steuerung des Geräts können sowohl das betreuende Radio­logie­fach­personal als auch die Eltern länger bei den Kindern bleiben. Vor allem bei kleinen Kindern hilft dies, das Wohl­befinden während der Unter­suchung zu steigern, was zum best­möglichen Unter­suchungs­ergebnis beiträgt.

Das neue CT-Gerät bringt für die kleinen Patienten im UKBB viele Vorteile mit sich. Das UKBB selbst ist mit dem Einsatz des neuen Geräts Referenz­zentrum und wirkt damit aktiv an der Weiter­ent­wicklung und Forschung im Gebiet der pädiatrischen Radio­logie mit – eine schöne Aufgabe.

Das Botnar Research Center for Child Health in Basel Prof. Dr. med. Urs Frey, Ärztlicher Direktor und Chef­arzt Pädiatrie

Mit der Unter­stützung von 100 Millionen Franken der Fondation Botnar haben die Universität Basel und die ETH Zürich ein neues Forschungs­zentrum für Kinder­medizin in Basel ins Leben gerufen: das Botnar Research Center for Child Health (BRCCH).

Da das Zentrum eine aus­geprägte anwendungs­orientierte Aus­richtung hat, war das UKBB stark in der Planung involviert. Das BRCCH will sich in den nächsten Jahren zur führenden Institution in der anwendungs­orientierten Spitzen­forschung für die Förderung von Gesund­heit und Lebens­qualität von Kindern und Jugendlichen weltweit entwickeln.

Es wartet viel spannende Arbeit auf das UKBB

Das Zentrum zeichnet sich durch einen innovativen, trans­disziplinären For­schungs­ansatz aus, indem es vom klinischen Problem ausgeht, mit Hilfe der Grund­lagen­wissenschaften eine technologische Lösung erarbeitet und dann diese neuen Gesundheits­technologien für die klinische Anwendung beim Kind prüft.

Das BRCCH entwickelt insbesondere neue digitale, mobile Gesundheits­technologien, welche die Methoden aus dem Bereich der künstlichen Intelligenz nutzen. Solche intelligente Hard- und Software-Technologien können für tele­medizinische An­wendungen zur besseren Diagnostik, Krankheits­monitoring und für Therapie­empfehlungen verwendet werden.

Technologien spielen eine immer grössere Rolle

Die Technologien spielen eine immer grössere Rolle in der Grund­versorgung – insbesondere auch in Ländern mit ein­geschränkten medizinischen Ressourcen, wie zum Beispiel in Afrika.

Eine enge Zusammen­arbeit mit dem Schweizerischen Tropen- und Public Health-Institut (Swiss TPH) ist deshalb eine weitere Stärke des Zentrums. Ebenso werden moderne Technologien in der Her­stellung von künstlichen Anti­körpern oder Zellen und Geweben zum Erfolg beitragen.

Durch die gebündelten Kompetenzen und die geografische Nähe des UKBB, der Universität, der ETH in Systembiologie, Life Sciences, Ingenieur­wissenschaften, Informations­technologien, Sozial­wissenschaften sowie dem Wissen des UKBB in klinischer Forschung und der Kompetenz des Swiss TPH in Implementations- und Gesundheits­system­forschung werden ideale Vor­aussetzungen für die Forschung für Kinder geschaffen. Es wird ein Campus entstehen, der Grundlagen­wissenschaftler und klinische Forscher zusammen bringt. Diese Nähe ist von zentraler Bedeutung für diese trans­disziplinäre, anwendungs­orientierte Forschung.

Die Gründung des BRCCH erfolgte im September 2018. Als neuer Direktor konnte mit Prof. Dr. Georg Holländer ein profilierter Experte gewonnen werden. Als Vizedirektor wurde Prof. Dr. Sai Reddy (ETH) gewählt. Seine operative Tätigkeit hat das Zentrum Anfang 2019 aufgenommen. Es werden sechs neue pädiatrie­spezifische Forschungs­professuren geschaffen.

Das UKBB – und insbesondere das ambulante Studienzentrum – werden ein wichtiger Kooperations­partner sein. Das Forschungs­board des UKBB unter der neuen Leitung von Prof. Sven Schulzke, der neu auch in der Geschäfts­leitung des Spitals mitwirkt, wird die Brücken­bildung zum BRCCH übernehmen.

Es wartet hier viel spannende Arbeit auf das UKBB.

Kinder wählen ihre Lieblings­menüs spontan Caroline Stade, Leiterin Pflegedienst

«Hörnli mit Gehacktem und Apfelmus» – ein typisches Schweizer Gericht – ist seit dem 1. August 2018 der Renner bei den kleinen Patienten im UKBB. Auf diesen Zeit­punkt hin wurde die Patienten­verpflegung modernisiert.

Das Universitäts­spital Basel (USB) stellte die Küchen­organisation um und produziert seither als erstes Spital in der Schweiz die Patienten­verpflegung im sogenannten MicroPast-Verfahren – auch für das UKBB.

Mahlzeiten werden neu zentral gekocht und bei Bedarf in der Mikrowelle aufbereitet

Das bedeutet: Die Mahlzeiten werden neu zentral gekocht, luftdicht verpackt, auf den einzelnen Stationen gekühlt gelagert und dort später bei Bedarf in der Mikro­welle aufbereitet.

Im Austausch mit Ernährungs­beratern und Lebensmittel­spezialisten werden Standard­menüs und Spezial­diäten aus frischen Produkten, möglichst aus Schweizer Herkunft, schonend zubereitet; sie enthalten alle wichtigen gesunden Nährstoffe. Durch das Auf­bereiten in der Mikro­welle erreichen sie den finalen Garpunkt, sozusagen den letzten Schritt im Gar­prozess.

Mit der Umstellung der Patienten­verpflegung werden nun keine Wagen mit tablettiertem Essen mehr per MTA (Mittel-Transport-Anlage) auf die Stationen geliefert. Das neue Team der Patienten­gastronomie des UKBB bereitet in zwei kleinen Stations­küchen für alle Patienten die Menüs auf und verteilt sie dann auf die Zimmer. Auch Begleit­essen für Eltern werden angeboten und serviert.

Spontane Ver­pflegungs­wünsche sind jetzt möglich

Ein Vorteil der neuen Patienten­verpflegung liegt vor allem im Service «à la minute». So kann bei allen Mahlzeiten auf individuelle Bedürfnisse der Kinder und Eltern Rücksicht genommen werden. Spontane Wünsche sind jetzt möglich, die Bestell­aufnahme erfolgt direkt vor den Mahl­zeiten und nicht lange im Voraus.

Die Menü­karte im UKBB ist zudem speziell auf Kinder ausgerichtet. Es ist ein Bilder­buch und soll den Patienten beim Durch­schauen und bei der Menü­wahl schon Lust aufs Essen bereiten. Den Kindern fällt die Auswahl in der Regel leicht. «Pasta» ist und bleibt ein Renner, obwohl selbst­verständlich ein umfang­reiches Angebot zur Verfügung steht.

Alle Patienten, die länger als 14 Tage im UKBB sind, können aus dem Angebot des Restaurants «Centro» ein zusätzliches Lang­zeitmenü wählen (vegetarisch oder Fisch/Fleisch). Alle Lang­zeitmenüs werden täglich in der Küche des USB bestellt und ins UKBB geliefert. Eine Standard-Vorbestellung für eventuelle stationäre Eintritte ist nicht mehr nötig. Für jedes Kind wird der Essens­wunsch täglich erfüllt.

Die Um­stellung ist sehr gut ver­laufen.

Die Umstellung bei der Patienten­ver­pflegung ist rück­blickend sehr gut verlaufen. Der Anspruch, alle Kinder gut zu ver­pflegen und alle diätetischen Sicher­heiten zu gewähr­leisten, wurde erfüllt.

Im Dezember 2018 erfolgte eine erste Anpassung der Menü­auswahl, bei der die Wünsche des UKBB und die Anforderungen mit dem Fokus auf Kindermahl­zeiten berück­sichtigt wurden.

Weitere Anpassungen werden bei Bedarf selbst­verständlich vorgenommen, denn gutes Essen stärkt das Wohl­befinden und beschleunigt den Heilungs­prozess der kleinen Patienten.

Das UKBB lässt Patienten­familien nicht allein Alexander Hartmann, Leiter Care Management

Unfälle, Erkrankungen und Operationen des eigenen Kindes sind Ausnahme­situationen und sehr oft mit Ängsten und Unsicher­heiten verbunden.

Das UKBB verfügt deshalb über zwei wichtige Säulen, die Patienten­familien und Angehörige in diesen belastenden Momenten tragen, ihnen beistehen und sie begleiten: das Care Team und den Verein BELOP (Verein für die Begleitung der Eltern während der Operation ihres Kindes).

Seit 2011 existiert ein Care Team das Familien in kritischen Situationen begleitet

Seit 2011 existiert im UKBB ein Care Team, dessen Dienste zunehmend gefragt sind. Es begleitet Patienten­familien und Angehörige in kritischen Situationen und entlastet gleichzeitig das medizinische Behandlungs­team.

Das Care Team ist interdisziplinär zusammen­gesetzt und speziell geschult. Es setzt sich aus Ärzten, Pflegefach­personen, Sozial­arbeitern und einer Seel­sorgerin zusammen und unterhält eine eigene Pikett­organisation, die bei Bedarf rund um die Uhr – 24 Stunden pro Tag, 365 Tage im Jahr –aufgeboten werden kann.

Das Care Team hat vielfältige Aufgaben. Diese umfassen neben der Betreuung der Angehörigen in kritischen Situationen (schwere Unfälle, Erkrankungen und Todesfälle) die Betreuung der Geschwister­kinder und die alters­gerechte Aufklärung im Zusammen­hang mit Verletzung, Krankheit und Tod. Zudem können die Eltern bei der Gestaltung ihrer individuellen, kulturellen und religiösen Bedürfnisse sowie im Todesfall bei der Ausübung ihrer Rituale unterstützt und beraten werden.

Das Care Team unterstützt und berät auch Mitarbeitende des UKBB

Weiter steht das Care Team auch bei der Unterstützung und Beratung von Mitarbeitenden des UKBB zur Verfügung, die noch wenig Erfahrung in der Begleitung eines schwer verletzten, schwer erkrankten oder sterbenden Patienten und dessen Angehörigen haben.

Das Care Team hilft überdies bei der Erledigung von Formalitäten und unter­stützt im Todesfall bei der Organisation einer allfälligen Überführung ins Heimatland.

Auf Wunsch werden alle Eltern begleitet deren Kinder eine Operation oder Unter­suchung in Anästhesie erhalten.

Bereits 1998 wurde der Verein BELOP gegründet, um Eltern während der Operation ihres Kindes zu begleiten und zu unterstützen. Heute werden auf Wunsch alle Eltern begleitet, deren Kinder für eine Operation oder eine Unter­suchung in Anästhesie im UKBB sind.

Die Eltern­begleiterinnen sind für die Eltern da, sobald das Kind eingeschlafen ist, und zeigen ihnen anschliessend, wo sie warten können. Sie helfen den Eltern, sich im Spital zurecht­zufinden und sind ihre Ansprech­personen, bis sie im Aufwach­raum wieder mit dem Kind vereint sind.

Dafür sind 16 Eltern­begleiterinnen im UKBB von Montag bis Freitag im Einsatz. Eine Vielzahl an positiven Rückmeldungen von Eltern und Mitarbeitenden zeigt, dass das Angebot des Vereins BELOP, der 2018 sein 20-Jahr-Jubiläum feiern konnte, ebenfalls sehr gefragt ist und sehr geschätzt wird.