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Geschäftsbericht 2017

Universitäts-Kinderspital beider Basel

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Editorial

Verwaltungsratspräsident
Manfred Manser

Sinkende Tarife – fatale finanzielle Situation

Seit Jahren kämpft das UKBB um kosten­deckende Tarife und sach­gerechte Tarif­strukturen bei ambulanter und stationärer Be­handlung.

Bis heute werden die Leistungen des UKBB durch die Kranken­ver­sicherer und die Invaliden­ver­sicherung nicht kosten­deckend und sach­gerecht ver­gütet.

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Vorsitzender der Geschäftsleitung und CEO
Lic. iur. Marco Fischer

Seltene Krank­heiten sind in Kinder­spitälern häufig – die einzelne Krank­heit bleibt aber auch hier selten

Nach einem par­lamen­tarischen Vor­stoss im letzten Jahr sind so­genannte «seltene Krank­heiten» in das Bewusst­sein der Öffent­lich­keit ge­treten.

Oft stehen keine Standard­verfahren zur Ver­fü­gung, es be­darf grosser Er­fah­rung und in­ten­siver Re­cherche, um die Symp­tome des Pa­tienten und die Be­funde zu einem Ganzen zu­sammen­zu­fügen.

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Ärztlicher Direktor und Chefarzt Pädiatrie
Prof. Dr. med. Urs Frey

Tarmed im Spital­all­tag – Kinder verdienen spezielle Be­hand­lungen

Die Ein­führung des neuen Tarmed per 1. Januar 2018 stellt für das UKBB eine sehr grosse Heraus­for­derung dar.

Die Zeit­limiten für die Kon­takte mit dem Pa­tienten, vor allem aber auch die Tätig­keiten in Abwesen­heiten des Patienten sind für die spezialisierte Kinder- und Jugend­medizin nicht sach­gerecht ab­gebildet und ent­sprechen nicht den Tätig­keiten eines speziali­sierten Kinder­spitals.

Da die Prob­lematik der sach­gerechten Ver­gütung nicht nur das UKBB, sondern alle grossen Kinder­spitäler und Kinder­kliniken be­trifft, ist es wichtig, dass hier seitens Politik und Ver­trags­partnern nach nach­hal­tigen Lösungen gesucht wird.

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Highlights aus 2017

Aus- und Weiter­bildung in der Pflege – eine In­ves­tition in die Zu­kunft

Der Fach­kräfte- aber auch der Nach­wuchs­mangel im Pflege­bereich be­schäftigt auch das UKBB. Wenn kein ent­sprech­endes Fach­per­sonal zur Ver­fügung steht, wird der Nach­wuchs selber aus­ge­bildet.

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Gelebte Qualität im UKBB

Die Qualität in der Be­treu­ung und Be­handlung kranker Kinder und Jugend­licher muss auch im UKBB höchsten An­sprüchen genügen. Nur so können Pa­tienten und ihre Familien Ver­trauen auf­bauen, Ängste und Be­denken ab­bauen, und sich ganz auf den Heilungs­prozess kon­zen­trieren.

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Echt­zeit­analyse von Atem­luft – ein Durch­bruch bei Lungen­krank­heiten

Früher muss­ten Kinder und Eltern oft tage­lang auf die Diag­nose für eine Lungen­krank­heit wie zum Beispiel Asthma warten. Pablo Sinues‘ neues Atem-Analyse­gerät kann in dieser Si­tuation hel­fen.

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Statistik & Finanzen

Im herunter­ladbaren Statistik­bericht sind alle wichtigen Zahlen des UKBB, der Finanz­bericht gibt Aus­kunft über den Jahres­ab­schluss.

UKBB Film

Sinkende Tarife – fatale finan­zielle Situation Manfred Manser, Verwaltungsratspräsident UKBB

Seit Jahren kämpft das UKBB um kosten­deckende Tarife und sach­gerechte Tarif­strukturen bei ambulanter und stationärer Be­handlung. Bis heute werden die Leis­tungen des UKBB durch die Kranken­ver­sicherer und die Invaliden­ver­sicherung nicht kosten­deckend und sach­gerecht vergütet.

Bei stationären Be­handlungen werden die Leistungen der Kinder­spitäler seit der Einführung der neuen Spital­finan­zie­rung im Jahr 2012 im Swiss­DRG-Leistungs­katalog teil­weise nicht sach­gerecht ab­gebildet. Eine im Jahr 2017 von der Swiss­DRG AG in Auf­trag ge­gebene Studie über die Ab­bildungs­ge­nauig­keit der Kinder­medizin in der Swiss DRG-Tarif­struktur be­stätigt, dass die Kinder­spitäler zwar effizient ar­beiten, aber durch eine «ungünstige Patienten­struktur» nicht aus­reichend finan­ziert werden.

Das führt dazu, dass die Kinder­spitäler – auch das UKBB – aufgrund sin­kender Basis­preise Ver­luste im stationären Bereich ein­fahren. Die Versicherer sind auch nicht mehr be­reit, wegen der fehlenden Ab­bildungs­güte der komplexen Behandlungs­fälle höhere Basis­preise zu be­zahlen.

Bei ambulanter Behandlung ist der Tarif (TARMED) für die Kinder­medizin seit Jahren nicht kostendeckend. Die ambulante Kindermedizin ist zeit­intensiv und bedingt gewissen­hafte Vor- und Nach­be­reitung. Der vom Bundesrat ver­ordnete Tarif­eingriff in den TARMED auf den 1.1.2018 trifft das UKBB noch­mals hart.

Das UKBB muss mit Minder­einnahmen von CHF 4,5 Millionen rechnen. Mit dem bundes­rätlichen Tarif­eingriff sinkt der Kosten­deckungs­grad im ambulanten Bereich im UKBB von 78% auf unter 69%. Die Finan­zierungs­lücke wegen den nicht kosten­deckenden Tarifen im ambulanten Bereich musste bisher auf­grund der Leistungs­aufträge durch die Träger­kantone ge­deckt werden.

Die sach­gerechte Tarif­entwicklung und kosten­deckende Tarife sind die zentralen Heraus­forderungen der nächsten Jahre für das UKBB und die Kinder­spitäler. Alle Spitäler sind heute einem intensiven – wenn auch regulierten – Wett­bewerb aus­gesetzt. Leistungs­orientierung und wirt­schaftliche Über­legungen sind heute fester Bestand­teil der Spital­führung. Spitäler müssen so viel Rendite er­wirtschaf­ten, dass sie lang­fristig not­wendige Investitionen eigen­ständig finanzieren können.

Mit den heutigen Tarifen ist dies für das UKBB – aber auch die anderen eigen­ständigen Kinder­spitäler – nicht möglich. Trotz nach­gewiesener Effizienz kann nicht kosten­deckend ge­arbeitet werden. Warum aus­gerechnet die Kinder­medizin so schlecht finanziert wird, ist un­ver­ständ­lich und auf lange Frist fatal.

Seltene Krank­heiten sind in Kinder­spitälern häufig – die einzelne Krank­heit bleibt aber auch hier selten Lic. iur. Marco Fischer, Vorsitzender der Geschäftsleitung und CEO

Nach einem par­lamentarischen Vor­stoss im letzten Jahr sind so­genannte «seltene Krank­heiten» in das Bewusst­sein der Öffent­lich­keit ge­treten. Als selten werden Krank­heiten be­zeichnet, wenn in der Be­völkerung weniger als eine von 2000 Personen davon be­troffen ist.

Oft­mals durch­laufen Patienten einen langen Weg bis die Dia­gnose ihrer Krank­heit steht und die richtige Therapie ein­ge­leitet werden kann, denn die Ab­klärungen sind auf­wändig. Oft stehen keine Standard­ver­fahren zur Ver­fügung, es bedarf grosser Er­fahrung und intensiver Re­cherche, um die Symp­tome des Pa­tienten und die Be­funde zu einem Ganzen zusammen­zu­fügen.

75% der seltenen Er­krankungen werden im Kindes­alter dia­gnostiziert. Die Ab­klärungen be­ginnen meist in der Kinder­arzt-Praxis und werden in den spital­ambulanten Sprech­stunden fort­ge­setzt. Im Kinder­spital werden die Spezialisten invol­viert, auf­wändige Labor­unter­suchungen durch­geführt, re­cherchiert, Infor­mationen ver­arbeitet und an Dritte weiter­ge­leitet. Die klinischen Netz­werke national und inter­national werden an­gefragt und Ein­schätzungen dis­kutiert, bevor eine seltene Dia­gnose ge­stellt wird.

Die For­schung hat den Klinikern in den letzten Jahren un­glaublich viele neue In­formationen ge­liefert, sodass heute weit mehr Krank­heits­bildern differenzierte Dia­gnosen zu­geteilt werden können. Der gegen­seitige Aus­tausch ist enorm wichtig, denn keiner kann alles wissen. Nicht umsonst gilt die Kinder- und Jugend­medizin als sehr gut ver­netzt und partner­schaftlich agierend.

Diese hohe Spezialisierung und die enge Ver­netzung unter den Spezialisten sind aber nicht gratis zu haben. Sie kostet. Diese Medizin ist auf­wändig. Besonders eben in den Kinder­spitälern. Das Port­folio eines Kinder­spitals ist denn auch ausser­ordentlich: über ein Drittel der Patienten, welche in den Kinder­spitälern be­handelt werden, leiden an einer seltenen Krank­heit.

Im UKBB werden 92% der Patienten ambulant be­handelt. Viele dieser Patienten leiden an seltenen oder schwierigen Krank­heiten, die auf­wändige Therapien und Be­handlungen erfordern. Leider wird gerade diese sinnvolle Medizin sehr schlecht ab­gegolten. Lesen Sie hierzu auch den Beitrag «Sinkende Tarife – fatale finanzielle Situation».

Tarmed im Spital­all­tag – Kinder verdienen spezielle Be­hand­lungen Prof. Dr. med. Urs Frey, Ärztlicher Direktor und Chefarzt Pädiatrie

Die Einführung des neuen Tarmed 1.09_BR per 1. Januar 2018 stellt für das UKBB eine sehr grosse Heraus­forderung dar. Die Zeit­limiten für die Kontakte mit dem Patienten, vor allem aber auch die Tätigkeiten in Abwesen­heiten des Patienten sind für die spezialisierte Kinder- und Jugend­medizin nicht sach­gerecht ab­gebildet und ent­sprechen nicht den Tätig­keiten eines spezialisierten Kinder­spitals.

Jedes dritte Kind, welches bei uns in Be­handlung ist, leidet an einer seltenen Krank­heit. Das ist anders als in einer Praxis, wo Vor­sorge­unter­suchungen und akute Er­krankungen die über­wiegende Mehrheit der Konsul­tationen be­stimmen.

Als einer der Gründe für die Zeit­begrenzung wird der Fort­schritt der medizinischen Unter­suchungs­möglich­keiten genannt. Viele Unter­suchungs­geräte arbeiten heute schneller, besser und einfacher. Ein EKG dauert heute beispiels­weise deutlich weniger lang als noch vor einigen Jahren.

Doch das schmälert den Zeit­auf­wand einer Unter­suchung bei einem Kind keines­wegs. Denn bei dieser Rechnung wird ausser Acht ge­lassen, dass bereits die Vor­bereitungs­zeit bei einer kinder­ärztlichen Unter­suchung meist kom­plexer ist als bei einem erwach­senen Patienten. Um ihnen die Angst vor der Unter­suchung zu nehmen, muss Kindern aus­führlich er­klärt werden, warum und wie eine Be­handlung abläuft.

Hinzu kommt, dass es bei einigen Unter­suchungen wichtig ist, ruhig zu liegen – eine Heraus­forderung, besonders für kleinere Kinder. In solchen, nicht seltenen Situationen ver­streicht viel Zeit zum Be­ruhigen und Er­klären, hier hilft auch die ver­besserte und schnellere Unter­suchungs­technik nicht weiter.

92% der Patienten werden im UKBB ambulant behandelt. Lange bevor Listen für ambulante Behand­lungen von Seiten Kantonen heraus­gegeben wurden, hat es die Kinder- und Jugend­medizin verstanden, den Be­dürfnissen der Patienten und ihrer Familien möglichst weit entgegen­zukommen und die optimalen Prozesse für sie etabliert. Dieses sinnvolle Vor­gehen steht im Gegen­satz zur Vergütung.

Die Kosten­deckung im ambulanten Bereich sinkt mit der Ein­führung des neuen Tarmed 1.09_BR im UKBB auf unter 69%. Das verursacht nicht nur Defizite, es verhindert auch eine gesunde Ent­wicklung der spezialisierten Kinder- und Jugend­medizin.

Gemäss Kranken­ver­sicherungs­gesetz muss eine Be­handlung wirksam, zweck­mässig, und wirt­schaft­lich sein. Unsere Patienten am UKBB sind noch sehr jung und haben das Leben noch vor sich. Sehr hohe Qualitäts­standards sind daher geboten. Das UKBB ist nicht bereit, die hohen Qualitäts­ansprüche zugunsten der Wirtschaft­lichkeit aufzugeben.

Da die Problematik der sach­gerechten Vergütung nicht nur das UKBB, sondern alle grossen Kinder­spitäler und Kinder­kliniken betrifft, ist es wichtig, dass hier seitens Politik und Vertrag­spartnern nach nach­haltigen Lösungen gesucht wird.

Andern­falls droht der Kinder- und Jugend­medizin Gefahr, sich nicht mehr ent­wickeln zu können. Dies wäre vor allem zum Nach­teil unserer jüngsten Mitglieder der Gesell­schaft. Kinder sind unsere Zukunft – wir müssen ihnen die beste Medizin bieten.

Aus- und Weiter­bildung in der Pflege – eine Inves­tition in die Zukunft Caroline Stade, Leiterin Pflege­dienst

Der Fach­kräfte- aber auch der Nach­wuchs­mangel im Pflege­be­reich beschäf­tigt auch das UKBB. Wenn kein ent­sprechendes Fach­personal zur Ver­fügung steht, wird der Nach­wuchs selber aus­ge­bildet.

Des­halb bietet das UKBB ein breites Spek­trum an Aus- und Weiter­bildungen im Pflege­be­reich mit der Spezialisierung in der pä­diat­rischen Pflege an und investiert so in die Zukunft.

Neben der Grund­aus­bildung zur Fach­frau oder zum Fach­mann Gesund­heit (FaGe), die jähr­lich 15 junge Frauen und Männer ab­solvieren und mit einem EFZ (Eidgenös­sischen Fähigkeits-Zeugnis) ab­schliessen, bietet das UKBB 15 Plätze für ein Studium zur dip­lomierten Pflege­fach­frau HF bzw. zum diplomierten Pflege­fach­mann HF an.

Insbesondere die Aus­bildungs­plätze zur FaGe sind bei den Jugend­lichen und jungen Er­wach­senen sehr ge­fragt, da der Beruf die beste Basis für Weiter­bildungen im Be­reich Pflege bietet.

Viele Mit­arbeitende bleiben dem UKBB auch nach ihrer Aus­bildung treu

Die pädiatrische Pflege ist sehr an­spruchs­voll. Die Mitarbeitenden der Pflege kümmern sich rund um die Uhr um alle kranken Früh­ge­borenen, Neu­ge­borenen, Säug­linge, Kinder oder Jugend­liche und gehen auf ihre individuellen körper­lichen und seelischen Bedürf­nisse ein, mit Ein­bezug der Eltern und der ganzen Familie.

Viele Mit­arbeitende bleiben dem UKBB auch nach ihrer Aus­bildung oder ihrem Studium treu, ins­besondere wegen der ab­wechslungs­reichen Arbeit in der spe­zialisierten päd­iatrischen Pflege.

Neben der Grund- und der Ter­tiär­aus­bildung bietet das UKBB auch diverse Nach­diplom­kurse (z.B. Neo­natologie) und Nach­diplom­studien (z.B. Not­fall­pflege oder Intensiv­pflege) an. Ins­besondere im Be­reich Pflege­ent­wicklung oder im Management­bereich ent­scheiden sich immer wieder Pflege­fach­personen für Weiter­bildungen auf Bachelor- oder Master-Niveau.

Nicht nur im Bereich der Aus­bildung engagiert sich das UKBB, sondern bie­tet auch ein sehr breites internes Fort- und Weiter­bildungs­pro­gramm an. Es gibt Fort­bildungen zu Themen wie nicht­medikamen­töse Schmerz­therapie und Angst­prävention oder aber auch Pädiatrie-spezifische Schulungen für Pflege­fach­personen, die aus dem Er­wachsenen­bereich kommen. Des Weiteren sind Aus­bildungs­plätze im Bereich Fach­personen Operations­technik HF aktuell im Fokus.

Die her­vor­ragenden Er­fahrungen im Be­reich Pflege zeigen, dass interne Aus- und Weiter­bildungen wesentlich zu der qualitativ hoch­stehenden Ge­sundheits­ver­sorgung bei­tragen und darauf sind wir stolz.

Gelebte Qualität im UKBB Prof. Dr. med. Urs Zumsteg, Chefarzt Ambulante Medizin

Die Qualität in der Be­treu­ung und Be­hand­lung kranker Kinder und Jugend­licher muss auch im UKBB höchsten An­sprüchen ge­nügen, nur so können Pa­tienten und ihre Fa­milien Ver­trauen auf­bauen, Ängste und Be­denken ab­bauen, und sich ganz auf den Heilungs­prozess kon­zen­trieren.

Alle Mit­arbeitenden im UKBB setzen sich täglich für eine hohe Be­handlungs­qualität ein, nicht nur im ambulanten und stationären Spital­be­trieb, sondern auch in der An­schaffung neuer und modernster Dia­gnose­geräte.

Im Weiteren tragen auch die Hinter­fragung unserer Kern­pro­zesse und die Zer­tifizierung durch an­erkannte Institutionen ganz wesentlich zur Be­treu­ungs­qualität bei.

Das UKBB wird auch in Zukunft grossen Wert auf Weiter­bildungs­möglich­keiten setzen

Seit Mitte 2017 steht der Radio­logie im UKBB das neu­artige Dia­gnose­gerät EOS zur Ver­fügung, welches vor allem bei ortho­pädischen Unter­suchungen von Skoliosen und anderen De­formitäten der Wirbel­säule ein­gesetzt wird.

Gegen­über her­kömmlichen Röntgen­geräten bietet das EOS ganz klare Vorteile, da es präzise Re­sultate in einer Schnellig­keit liefert, die besonders für die hoch­spezialisierte Ortho­pädie und ortho­pädische For­schung ge­braucht werden. Gleich­zeitig ver­einfacht und be­schleunigt die neue Technik den gesamten Be­handlungs­ablauf er­heblich. Dies kommt selbst­ver­ständlich auch den Patienten zu­gute, da für Klein­kinder teil­weise un­angenehme und lang­wierige Unter­suchungen schneller und mit markant weniger Strahlen­be­lastung er­ledigt sind.

Zusätz­lich wird das UKBB regel­mässig durch die Schweizerische Stiftung für die Qualitäts­sicherung im Gesundheits­wesen sanaCERT suisse überprüft und zer­tifiziert. Qualitäts­standards wie «Infektions­prävention und Spital­hygiene», «Ab­klärung, Be­handlung und Be­treuung in der Not­fall­station» oder «Umgang mit kritischen Zwischen­fällen» sind nur einige der Themen, mit welchen das UKBB die Qualität der medizinischen, pflege­rischen und thera­peutischen Leistung sichert und ent­wickelt.

Dass das Thema Qualität im UKBB dabei nicht nur ein Lippen­bekenntnis ist, wurde bei der Re-Zertifizierung im Oktober 2017 be­wiesen. Von 32 maximal möglichen er­hielt das UKBB 31 Punkte – Best­noten für alle Qualitäts­standards, die im UKBB täglich um­gesetzt und ge­lebt werden.

Seit September 2017 ist zudem das Pädiatrie­labor des UKBB akkreditiert. Die Akkreditierung des Pädiatrie­labors belegt ebenfalls den hohen Anspruch an Qualität und Kompetenz und garantiert darüber hinaus die Un­abhängigkeit und Integrität des Pädiatrie­labors.

Die hervor­ragenden Er­gebnisse bei der internen Qualitäts­über­wachung können nur dank des Wissens, der Kompetenz und Motivation aller Mit­arbeitenden gewähr­leistet werden. Daher wird das UKBB auch in Zukunft grossen Wert auf Weiter­bildungs­möglich­keiten in diesem Bereich setzen.

Echt­zeit­analyse von Atem­luft – ein Durch­bruch bei Lungen­krank­heiten Prof. Dr. Pablo Sinues, Botnar-Research Professor

Früher mussten Kinder und Eltern oft tage­lang auf die Diagnose für eine Lungen­krank­heit wie zum Bei­spiel Asthma warten. Pablo Sinues‘ neues Atem-Analyse­gerät kann in dieser Situation helfen. Seit Mitte 2017 ist er For­schungs­pro­fessor der Fondation Botnar am UKBB.

Über zehn Jahre hat Pablo Sinues mit seinem Team an der ETH Zürich an der Ent­wicklung des Ge­räts ge­arbeitet. Ziel war es, eine Ap­paratur zu bauen, die die Moleküle in der aus­ge­atmeten Luft in Echt­zeit ana­lysiert und somit die Dia­gnose von Lungen­er­krank­ungen ver­schnellert und auch ver­bessert, denn ein üblicher Atem­test dauert 10 Minuten. Denn bis­lang mussten die Mo­leküle in einem auf­wändigen Ver­fahren ver­dichtet und an­schliessend ana­lysiert werden.

Das dauerte nicht nur lange, sondern hegte auch ein nicht zu ver­nach­lässigendes Po­tential an Ver­fäl­schung. Doch das Gerät kann nicht nur für die Er­kennung von Lungen­krank­heiten eingesetzt werden, sondern auch in der Medi­kamenten­dosierung, zum Bei­spiel bei Anti­epi­leptika könnte es ent­scheidende Vor­teile bringen. Denn die Do­sierung der Medi­kamente muss ins­be­sondere in der Onko­logie sehr exakt ein­gestellt werden, da zu hohe Dosen zu Ver­gift­ungen führen und zu geringe Dosen wirkungs­los bleiben.

Bis­lang wurde die Do­sierung mit regel­mässigen Blut­ab­nahmen kontrol­liert. Da aber das Blut und die Atem­luft zusammen­hängen, können die genauen Werte auch mit dem Analyse­gerät be­stimmt werden. Dies geht nicht nur schneller, sondern hat auch ins­besondere für Kinder den ent­scheidenden Vor­teil, dass keine bei Kindern auf­wändige und un­angenehme Blut­abnahme be­nötigt wird.

Kinder und Eltern warten oft tage­lang auf die Diagnose für eine Lungen­krankheit

Das For­schungs­projekt steht erst am Anfang, Ziel ist es jedoch, durch eine nicht-invasive Methode den Gesund­heits­zustand von er­krankten Menschen schnell und präzise be­schreiben zu können.

Mit dem Um­zug des Ge­räts im Sommer 2017 vom forschenden Um­feld der ETH in das klinische im UKBB ist nun ein wesent­licher Schritt in Rich­tung Etab­lierung als standard­mässige Analyse­apparatur voll­zogen worden. Weitere Tests werden zeigen, für welche anderen Krank­heiten in welchen Be­reichen das Gerät als Analyse­tool ein­gesetzt werden kann.

Finan­ziert vom SNF, werden Sinues und seine For­schungs­gruppe bei­spiels­weise versuchen, aus­ge­atmete Bio­marker von Lungen­infektionen wie Lungen­ent­zündung zu ent­decken. Gerade inner­halb der Pädiatrie würde dies eine grosse Unter­stützung für die be­handelnden Spe­zialisten und gleich­zeitig eine Steigerung der Be­handlungs­qualität für Patienten be­deuten.